Akademisch schreiben – 5 Gründe dafür

Warum überhaupt akademisch schreiben?

Mit den Aufsätzen in der Schule fängt es an, im Studium folgen die Hausarbeiten und am Ende des Studiums steht die Bachelor Thesis an – fachlich, wissenschaftlich oder akademisch schreiben gehört zur Schul- und Berufsbildung dazu. Doch immer wieder stellen sich Generationen von Schülern und Studenten die gleichen Fragen: „Was soll das Ganze überhaupt? Warum soll ich seitenweise zu einem Thema schreiben, das mich im schlimmsten Fall noch nicht einmal interessiert oder das ich nicht verstehe?“ Ich bin der Meinung, in diesen Fragen liegen bereits einige der Antworten und gute Gründe dafür, dass dich akademisches Schreiben weiterbringt.

 

1) Du wirst Experte in (d)einem Gebiet

Indem du dich auf ein Thema konzentrierst, darüber liest und schreibst, entwickelst du automatisch dein Wissen in diesem Themengebiet weiter oder baust Wissen auf. Je umfangreicher die Arbeit ist, desto mehr Informationen wirst du erfassen und verarbeiten. Wenngleich Wissen heutzutage eine relative kurze Halbwertszeit hat und schnell veraltet, kannst du für einen begrenzten Zeitraum von diesem Wissen profitieren und als Experte glänzen, bspw. in deinem Beruf oder an einem neuen Arbeitsplatz. Außerdem kannst du auf dieses Wissen aufbauen, es aktualisieren und somit deinen Expertenstatus erhalten.

2) Du kannst deine Grenzen überwinden

Wie häufig setzt du dir eigene Grenzen, indem du dir sagst: „Das kann ich nicht!“ oder „Das schaffe ich sowie nicht!“ Bei mir ist Statistik eine Thematik, die mir so gar nicht liegt und auch wirklich schwerfällt. ABER: Ich arbeite trotzdem immer wieder statistischen Methoden und ‚überwinde‘ mich, mich daran zu wagen. Ich weiß, dass ich Statistik lernen kann und möchte, auch wenn es etwas länger dauert. So reduziere ich Schritt für Schritt meine innere Angst vor Statistik.

Es geht also darum, die eigenen (vermeintlichen) Grenzen zu überwinden, die zwar sehr hartnäckig sein können, aber die wir uns selbst auferlegen. Und ich finde, wenn du etwas meisterst, vor dem du dich gefürchtet hast oder das dir wirklich Energie und Gehirnschmalz abverlangt hat, ist das ein sehr guter Grund, richtig stolz zu sein.

3) Du entwickelst deine Lesekompetenz

Die Menschen in unserer modernen Gesellschaft lesen immer weniger, und zwar in allen Altersstufen. Dabei ist die Lesekompetenz eine unglaublich wichtige Basiskompetenz für das gesamte Leben und die Bildung. Die Lesekompetenz umfasst die Fähigkeit, in einem bestimmten Tempo zu lesen, die gelesenen Inhalte zu erfassen und zu verstehen, die wichtigsten Informationen zu entnehmen, das Gelesene zu interpretieren und zu reflektieren. Und nicht zuletzt ist Lesen eine Grundvoraussetzung für das Schreiben. Wer viel liest, hat übrigens auch eine bessere Rechtschreibkompetenz, d.h. du machst beim Schreiben weniger Rechtschreibfehler.

Wenn du für deine wissenschaftliche Arbeit Bücher wälzt und unzählige Texte liest, fördert das in hohem Maße deine Lesekompetenz. Je mehr du liest, desto leichter wird dir das Lesen selbst sowie Erfassen und Verstehen der Inhalte gelingen. Mithin erweiterst du deinen fachbezogenen Wortschatz.

4) Du entwickelst deine Schreibkompetenz

Neben der Lesekompetenz wird durch das Schreiben auch die Schreibkompetenz gefördert, und zwar indem du die gelesenen Inhalte mit eigenen Formulierungen zu Papier bringst, versuchst, immer wieder neue und vielfältige Formulierungen zu finden und du außerdem daran arbeitest, klar und präzise zu formulieren. Das mag zunächst noch etwas schwierig sein und holprig klingen. Für den Anfang kannst du dir auch Hilfestellung aus der Fachliteratur holen und Formulierungen, die dir gefallen, notieren, um sie später selbst zu verwenden. Achte aber hierbei darauf, nicht ins Abschreiben zu verfallen. Mit steigender Schreibkompetenz werden die Formulierungen fließender und du verinnerlichst sie, so dass du nicht mehr explizit darüber nachdenken musst. Diese Formulierungen kannst (und wirst du vermutlich auch) in deiner beruflichen Korrespondenz einfließen lassen, was einen zusätzlichen positiven Effekt impliziert.

5) Du lernst, auch unangenehme Dinge zu 100 Prozent zu erledigen

Nicht alle Aufgaben, beruflich wie privat, machen gleich viel oder überhaupt Freude. Und dennoch müssen sie erledigt werden. Du kannst entscheiden, wie du die Aufgaben angehst. Halbherzig und missmutig oder positiv und zielorientiert. Im Berufsleben stellt sich diese Option nur meist nicht; hier sind 100%-ige Arbeitsergebnisse gefordert. Und darum geht es beim akademischen Schreiben auch. Du musst nicht alle Themen oder Arbeiten im Studium mögen. Du solltest sie dennoch ernsthaft und vollständig erledigen. Denn DAS unterscheidet die mittelmäßigen von den exzellenten Studenten bzw. Absolventen und ist ein wesentliches Merkmal von Karrieremenschen.

Das bedeutet zusammenfassend, akademisch Schreiben ist sicherlich etwas, das du nicht von heute auf morgen lernst. Das braucht Zeit. Aber die positiven Effekte, aus denen du profitieren kannst, sind den Aufwand auf jeden Fall wert. Unser Artikel zum Thema Wie lerne ich akademisches Schreiben? könnte dich ebenfalls interessieren.

 

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